Rheintal 16.05.2012 01:05:00

Reden wie der Schnabel gewachsen ist

Reden wie der Schnabel gewachsen ist
Gestern Abend trugen vier Rheintaler von diesseits und jenseits des Rheins im Göttersaal der Prestegg Sinniges und Sinnliches, selbst Erlebtes und gut Erfundenes, auf jeden Fall aber selbst Aufgeschriebenes vor.
MAX PFLÜGER

ALTSTÄTTEN. «Gschichta vo do und döt», eben Geschichten von dieser Rheinseite und der anderen, so lautete der Titel des gestrigen Mundart-Leseabends in der Prestegg. «Vo do» lasen Ueli Bietenhader und Jack Griss, der eigentlich ursprünglich «vo döt» kommt und sprachlich immer noch »döt» verwurzelt ist. «Vo döt» kamen die Mundartschriftsteller Elisabeth Marx aus Götzis und Adolf Vallaster aus Mäder.

Lüpfige Klänge

Aufgelockert wurden die Texte vom Duo «Vielharmonicker», den beiden Mehrfachtalenten Jack Griss, «Handorgle», und Ueli Bietenhader, «Schnorregiige». Beschwingt liessen die beiden Schriftsteller fröhliche Bauerntänze und Ländler sowie rassige Zigeunermusik erklingen und ernteten dafür viel Applaus.

Sinnige Kürzestgeschichten

Elisabeth Marx las aus ihrer Sammlung mit Kürzestgeschichten. Ein paar wenige Sätze, oft nur zwei bis drei genügen ihr, um Tiefgründiges auszudrücken. Ihre Aphorismen zeugen von Lebenserfahrung und daraus erwachsenden philosophischen Betrachtungen. Dabei hat die Mundartautorin durchaus auch Humor. Nicht selten lachte oder schmunzelte das Publikum ob ihren Einfällen und queren Vergleichen.

Erinnerungen an die Jugend

Im jeweiligen «Muttersprache-Dialekt» von Mäder im Vorarlberg und Altstätten im St. Galler Rheintal erzählten Adolf Vallaster und Ueli Bietenhader aus ihrer Jugendzeit.

Da besuchte man mit Vallaster zum Beispiel den Jahrmarkt in Bregenz und ging mit dem Grossvater auf Einkaufsbummel nach Dornbirn. Von brachte man stolz einen quirligen Holzturner nach Mäder heim.

Mit Ueli Bietenhader besuchte man die ersten Schuljahre im Schulhaus Feld, bestand ein unschuldiges Abenteuer bei der Waage vor der Klostermühle und erlebte den kleinen Ueli beim schnerzhaften Haareschneiden vor der Geburt seiner dritten Schwester.

Von Vallaster bekam man in einer zweiten Tranche dann ebenfalls noch eine Reihe sehr witziger Kürzestgeschichten mit Tiefgang und viel Selbstironie zu hören.

Kabarettistisches und Skurriles

Jack Griss präsentierte keine autobiografischen Geschichten sondern formte seine Beobachtungen, Gedanken und Anschauungen in kabarettistische und skurrile Geschichten

Sie gipfelten im wortgewaltig geschilderten Lebenslauf des Jakobs, der nicht mehr Schreiner sein wollte und dann nach einem rabenschwarzen Tag als Pöstler doch wieder Schreiner wurde.

 
 

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