Unterrheintal 15.10.2011 01:04:00

Mit bewiesenem Durchhaltewillen

Mit bewiesenem Durchhaltewillen
Der Widnauer René Hutter kandidierte schon vor vier Jahren für die Rheintaler Freisinnigen als Nationalrat und vor drei Jahren als FDP-Kantonsrat. Er schätzt seine Wahlchancen realistisch ein und sagt: «Wahlen sind Teamsport.» Grössere Hoffnungen hat er für nächstes Jahr.
RENé SCHNEIDER

WIDNAU. «Ein Rheintaler redet Klartext» erklärt der 41-jährige Widnauer auf seinen Wahlplakaten. Das tut er - frisch von der Leber weg - im Gespräch für dieses Porträt. Aber immer wieder relativiert er: «Das kann man wohl so nicht schreiben.» Etwa, dass er weiss, dass er wenig Chancen hat, gewählt zu werden. «Ich muss schliesslich gegen aussen an meine Wahl glauben, sonst wirke ich unglaubwürdig.» IQ Option www.iqoption.co.mz/ Em Moçambique

Aus Hutters Webseite: «Ein Ausländer, der in der Schweiz arbeitet, kann seine Familie nachziehen lassen. Das ist gut und recht, aber er sollte auch die entsprechenden Kosten selber tragen können.» Will René Hutter familienfreundliche Minimallöhne oder eine Regelung, wonach nur begüterte Ausländer ein Anrecht auf Familiennachzug haben sollen? Hutter verdeutlicht: «Wer seine Familie in die Schweiz nachkommen lassen will, sollte die Lebenshaltungskosten der Familie in der Schweiz selber tragen können. Es kann nicht sein, dass der Staat billige Arbeitskräfte subventionieren muss.»

Entwaffnend ehrlich gibt Hutter Auskunft, warum er auf seiner Webseite Links zum Circus Knie, zur Bachstiftung und oder zum Anwaltsverband aufführt. «Davon weiss ich nichts. Wahrscheinlich wurde meine Webseite als eine Kopie der Webseite von Walter Locher erstellt. Dabei wurden die Links mitkopiert.»

Vom Politik-Virus befallen

René Hutter ist Mitglied des Arbeitgeber-Verbandes Rheintal (AGV), des Hauseigentümerverbandes (Vizepräsident der Sektion Mittelrheintal), des Automobilclubs der Schweiz, der Tauchgruppe Widnau, der ehemaligen Jungwächter und der ehemaligen Sekundarschüler Widnau sowie der Sektion Kamor des Schweizer Alpen-Clubs. Er war Mitglied der Geschäftsprüfungskommission der Gemeinde Widnau und Präsident der FDP Rheintal. Dort habe ihn das Virus Politik befallen.

Vor vier Jahren hatte Kreis-Partei-Präsident René Hutter die Zusage zweier Kandidaten, sich nominieren zu lassen. Einer bekam dann keine Erlaubnis des Arbeitgebers, der andere musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Darum ist Hutter kurzfristig «selber in die Hosen gestiegen». Jetzt, vier Jahre später lief es ähnlich: «Michael Jäger, mein Nachfolger im FDP-Präsidium befand, ich müsse nochmals als Kandidat antreten.»

Obwohl die Wahlchancen des einzigen Rheintaler FDP-Kandidaten sehr klein sind, legt sich René Hutter im Wahlkampf ernsthaft ins Zeug.

Bereitwillig gibt er Auskunft über die Kosten und Sponsoren: «Meine Kampagne kostet rund 15 000 Franken und wird von der Partei und mir persönlich finanziert.» Sponsoren und Gönner habe er (noch) keine. «Aber ein bisschen Erspartes, schliesslich rauche ich nicht mehr», grinst Hutter (s. Kasten). In solchen Momenten wirkt der Widnauer authentisch, glaubwürdig, ehrlich, direkt.

«Quadratisch, praktisch»

Was soll der Spruch «aus Liebe zur Schweiz» auf seinem Plakat? Das sei der Wahlspruch der FDP, erklärt er. «Ohne Liebe zur Schweiz nimmt niemand den persönlichen, finanziellen und zeitlichen Aufwand für einen Wahlkampf auf sich.» Aus seiner letzten Kandidatur wisse er: Ein paar Wochen nach der Wahl ist dein Gesicht vergessen, Name und Spruch auf dem Plakat sowieso. Die meisten würden eh nicht lesen, was auf den Plakaten steht. Hutter: «Ein Spruch wie etwa quadratisch, praktisch, gut liesse höchstens die politischen Gegner und Medienleute nachfragen.» Das Publikum nehme die Sprüche nicht wahr. Vom letzten Wahlkampf sei vielleicht sein Vorschlag nach einer Steuererklärung auf dem Bierdeckel in Erinnerung geblieben - und aktuell werde er da und dort gefragt, ob er noch immer Nichtraucher sei.

Im Kontrast zur FDP

Hutter verspricht: «Dies ist mein letzter Wahlkampf als Nationalrat.» Es sei denn, es ginge in vier Jahren um seine Wiederwahl, wie er fröhlich nachschiebt. «Ich kandidiere zum Wohl der FDP. Wahrscheinlich habe ich dadurch einen kleinen Vorteil bei den Kantonsratswahlen.» René Hutter gibt sich hemdsärmlig «um das falsche Image der FDP als elitäre Wirtschaftspartei zu korrigieren», wie er sagt. Die FDP bezeichnet er als «Problemlöserin». «In den letzten 20 Jahren waren es immer Freisinnige, die bei den grossen Problemen hinstanden, um das Problem zu lösen. Zum Beispiel war alt Bundesrat Kaspar Villiger bereit, für die UBS einzustehen. Es war damals schon klar, dass er damit seinen guten Ruf riskiert. Trotzdem hat er sich zum Wohl der Schweiz eingesetzt.»

Wirtschaftsinformatiker

René Hutter ist Wirtschaftsinformatiker und Teilhaber der EFP Consulting AG in Wil. Als Leiter Entwicklung betreut er eine Reihe von Unternehmen in der Deutschschweiz mit SAP-Zusatz-Entwicklungen. Sein Privatleben möchte Kandidat Hutter privat halten. Auf Bitten und konkrete Fragen lässt er sich entlocken: Er ist ein Familienmensch, kocht gerne am Wochenende und sein letzter Ausflug mit den 5 und 8 Jahre alten Töchtern war ein Kletter-Weekend in St. Antönien. Am Interview-Tag brachte er am Morgen seine Familie zum Bahnhof. Sie reiste zu vier Tagen Ferien in der Jugendherberge Bern. Am Nachmittag nahm er einen Geschäftstermin wahr.

 
 

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